Epilepsie

Etwa 2% der Hunde in der Gesamtpopulation haben Epilepsie. Bei Risikorassen – genetische Prädisposition – (z.B. Australian Shepard, Border Collie, Belgischer Schäferhund, Labrador Retriever etc.) ist der Anteil deutlich höher. Epilepsie kann somit jeden Hundebesitzer oder Züchter treffen. Da diese Erkrankung für Betroffene ein großer Schock und der Umgang und das Leben mit der Krankheit oft nicht bekannt ist, möchten wir hier darüber aufklären und informieren.

Welche Epilepsieformen gibt es?

Primäre/idiopathische Epilepsie

Die idiopathische Epilepsie ist die häufigste Form beim Hund. Diese Krankheitsform tritt meist im 1. Lebensjahr bis zum 5. Lebensjahr auf. Es kann keine zur Grunde liegende Ursache gefunden werden. Die idiopathische Epilepsie hat eine genetische Ursache.

Sekundäre/erworbene Epilepsie

Die sekundäre Epilepsie tritt in Folge von Verletzungen im Gehirn (Gehirntumor, Kopfverletzungen) auf. Auslösende Faktoren können zudem äußere Einflüsse auf das Gehirn, wie z.B. Leber- oder Nierenprobleme, Infektionen, über die Nahrung aufgenommene Gifte (Toxine wie z. B. Insektizide) oder niedrige Blutzuckerwerte sein.

Welche Symptome zeigt mein Hund?

Epilepsie wird durch einen unauffälligen neurologischen Befund und durch Wohlbefinden des Hundes zwischen den Anfällen charakterisiert.

Epileptische Erkrankungen können grob in zwei Gruppen eingeteilt werden:

Von partieller oder fokaler Epilepsie (20 % der tierischen Patienten) spricht man, wenn elektrische „Kurzschluss“ nur einzelne Areale des Gehirns umfasst und sich lediglich an einzelnen Körperstellen äußert. Wenn die herdförmigen Anfälle ohne Bewusstseinstrübung ablaufen, werden diese von Tierbesitzern oft nicht als solche erkannt, da sie sich z.B. nur im Zucken der Lefzen, einer Gliedmaße oder einzelner Muskeln äußern. Auch ein Zeichen für einen kleineren epileptischen Anfall kann sein, wenn die Tiere nach imaginären Fliegen schnappen, unmotiviert bellen oder kauen.

Bei generalisierten Anfällen (80% der tierischen Patienten) hingegen sind von Anfang an beide Großhirnhälften beteiligt und sie breiten sich dadurch über den gesamten Tierkörper aus. Generalisierte Anfälle werden in verschiedene Typen unterteilt, wovon der tonische (von Tonus = Spannung) Anfall bei Hunden am häufigsten vorkommt. Manchmal setzt er ohne Vorwarnung ein. Doch im Allgemeinen durchläuft er drei Stadien.

Stadium 1: Ein leicht verändertes Verhalten kündigt normalerweise einen Anfall an. Die Patienten sind Minuten bis Stunden vor dem Anfall unruhig, lecken die Lippen, sie speicheln und urinieren vermehrt. Manche Tiere ziehen sich zurück oder suchen die Nähe ihres Halters und bellen übermäßig.

Stadium 2: Urplötzlich beginnt der eigentliche Anfall mit einer Versteifung (hochgradigen Anspannung) der Skelettmuskulatur. Die Hunde fallen mit ausgestreckten Beinen um, sind nicht mehr ansprechbar und verlieren das Bewusstsein. Zudem sind auch krampfartige Muskelzuckungen und Paddelbewegungen in der Luft typisch für solche Anfälle, bei denen es auch zu einer Entleerung von Blase und Darm kommen kann. Starkes Speicheln oder winseln kann auch bei manchen Hunden beobachtet werden. Die Hunde können sich während eines Anfalls auch selbst verletzen (z.B. können Zähne auf Boden ausgeschlagen werden). Meistens ist nach circa zwei Minuten alles vorbei.

Stadium 3: Nach einem Anfall sind die meisten Tiere erschöpft und zunächst benommen. Während sich einige Hunde wenige Minuten nach dem Anfall wieder vollständig erholt haben, kämpfen andere noch Stunden oder Tage später mit neurologischen Ausfällen: Dazu gehören Drangwandern, Sehstörungen, Desorientierung, Steifheit, wackliger Gang oder abnormer Hunger und Durst. Die Gefahr, dass die Tiere Fremdkörper fressen, ist dabei besonders groß.

Zunächst haben einzelne Anfälle keine gesundheitlichen Folgen, d.h. es sterben kaum Nervenzellen ab. Lebensbedrohlich wird es allerdings, wenn – was selten ist – ein Anfall länger als zehn Minuten dauert oder sich die Anfälle so schnell wiederholen, dass der Hund dazwischen nicht mehr zu Bewusstsein kommt. Diesen Zustand nennt man „Status epilepticus“, und das Tier gehört unverzüglich auf die Intensivstation. Auch Serienanfälle (mehrere Anfälle innerhalb eines Tages) können zu bleibenden Hirnschäden oder einem Status epilepticus führen. Auch diese Tiere sind Notfälle.

Epileptische Anfälle jedes Hundes verlaufen unterschiedlich. Aggressives Verhalten während eines Anfalls tritt eher selten auf. Man sollte sich einer potenziellen Aggressivität jedoch bewusst sein und sich bei einem Anfall nicht im Bereich des Kopfes des Tieres aufhalten (zudem sollten Vorkehrungen/Abläufe getroffen werden, wenn sich andere Haustiere oder Kinder im Haushalt befinden).

Gibt es Anfalls-auslösende Trigger?

Beim Menschen ist beschrieben, dass epileptische Anfälle häufig durch bestimmte Situationen oder Faktoren getriggert werden. Situationsabhängige Trigger wie Schlafentzug, exzessive körperliche Verausgabung, psychische Extrembelastungen, Sauerstoffmangel oder Hyperventilation können epileptische Anfälle auslösen. Meist kann jedoch beim Hund kein bestimmter äußerer Auslöser für einen Anfall festgestellt werden. Auffällig ist, dass Anfälle nahezu immer im Haus, also in der vertrauten Umgebung stattfinden. Sie treten vor allem in Ruhezeiten z.B. im Schlaf auf (abends, nachts, früh morgens). Es besteht somit meist kein Zusammenhang mit körperlicher Anstrengung.

Wie kann ich Epilepsie diagnostizieren?

Da es bis zum heutigen Zeitpunkt keinen Gen-Test bei Hunden (außer beim Rhodesian-Ridgeback) gibt, besteht die Diagnostik aus einem Ausschlussverfahren anderer Krankheiten im Körper oder Gehirn.

Wichtig ist einen Tierarzt aufzusuchen, der sich auf dem Gebiet der Neurologie spezialisiert hat (z.B. Fachtierarzt für Neurologie oder Dipl. ECNV-European Veterinary Specialist in Neurology).

Es zeigt sich für die Einschätzung des behandelnden Tierarztes sehr hilfreich, wenn der Hund beim Anfall gefilmt wird. Dadurch kann auch die Länge als auch die Intensität des Anfalls besser zeitlich eingegrenzt werden, da sich dies mit der Wahrnehmung des Besitzers meist nicht deckt.

Für die Diagnose „idiopathische Epilepsie“ müssen alle Möglichkeiten für die sekundäre Epilepsie ausgeschlossen werden. Dafür muss eine Blutprobe (inklusive Bestimmung Zucker und Lebergallensäuren), sowie ein CT/MRT vom Kopf und die Entnahme von Rückenmarksflüssigkeit durchgeführt werden. Falls es weitere Symptome wir z.B. Herz-Kreislauf Symptome geben sollte, muss zusätzlich ein Ultraschall/Röntgen durchgeführt werden. Erst wenn alle Ergebnisse ohne Befund vorliegen, kann man von einer „idiopathischen Epilepsie“ sprechen.

Durch die hohen Kosten für die Untersuchungen und weil eine Behandlung des betroffenen Tieres trotz allem notwendig ist, wird die Ausschlussdiagnostik nicht von allen Hundebesitzern durchgeführt und der Hund nach der Blutuntersuchung medikamentös eingestellt. Auch ist nicht immer klar, ob ein sportlicher Einsatz des Hundes weiterhin möglich ist. Doch nur durch die Ausschlussdiagnostik kann der Hund beim entsprechenden Zuchtverband gemeldet und es können ggf. weitere Maßnahmen eingeleitet werden.

Ab wann und wie erfolgt eine Behandlung?

Eine Behandlung wird erst begonnen, wenn der Hund in 6-8 Wochen mehr als einen Anfall gehabt hat, mehrere Anfälle in 24 Stunden erleidet (Kluster) oder bei einem langen, nicht aufhörenden Anfall (Status epilepticus).
Eine Therapie bedeutet nicht, dass der Patient zukünftig keine Anfälle mehr hat. Ziel ist es durch eine lebenslange Behandlung die Anfallshäufigkeit und die Anfallsstärke zu vermindern. Als Nebenwirkungen der Medikamente können neben Müdigkeit, Gleichgewichtsstörungen, vermehrter Harnabsatz oder erhöhter Durst und Hunger auftreten. Diese gehen meist nach 1-2 Wochen zurück, können aber auch dauerhaft bestehen bleiben. Die Medikamente müssen den Patienten möglichst immer zur gleichen Zeit eingegeben werden. Das Präparat Phenobarbital benötigt zum Aufbau eines wirksamen Blutspiegels im Körper ca. 14 Tage. Der Blutspiegel muss mittels einer Blutabnahme regelmäßig beim Tierarzt kontrolliert werden, sodass ein wirksamer Spiegel im Blut vorhanden ist.

Sollten Anfälle trotzdem länger als 5 Minuten auftreten, kann ein Notfallmedikament (z.B. Diazepam) rektal verabreicht werden, das meist unmittelbar den Anfall unterbricht. Denn länger andauernde Anfälle können zu einem Anstieg der Körpertemperatur führen. Dies kann eine Schädigung des Gehirns und anderer Organe wie Leber und Nieren verursachen.

Es kann allerdings Wochen bis Monate dauern, bis die Medikamente richtig eingestellt sind. Leider sind auch bis zu ein Viertel aller Epileptiker therapieresistent, das bedeutet, dass die Hunde auf die Therapie mit einem Medikament nicht mehr ansprechen und ein weiteres Medikament verabreicht werden muss.

Kann ich weiterhin mit dem Hund Hundesport machen?


Bei optimaler Therapie können die meisten Hunde trotz Epilepsie ein gutes Leben führen und so alt wie gesunde Artgenossen werden. Wenn die Hunde frei von neurologischen Störungen und Nebenwirkungen der Medikamente sind, spricht aus medizinischer Sicht nichts gegen den Einsatz eines Hundes mit Epilepsie im Hundesport. Ist starke körperliche Anstrengung oder Aufregung ein auslösender Trigger, sollte mit dem Hund kein Hundesport mehr gemacht werden.

Wie kann ich helfen, wenn ich betroffener Hundehalter oder Züchter bin?


Transparenz, Ehrlichkeit und Weitsicht sollten wichtige Eigenschaften eines Züchters sein. Daher ist es wichtig den betroffenen Hund mit idiopathische Epilepsie nach Ausschlussdiagnostik mit allen durchgeführten Untersuchungen bei seinem Zuchtverein zu melden und auch den Deckrüdenbesitzer und Wurfgeschwister zu informieren. Da aktuell der Erbgang bei der idiopathischen Epilepsie nicht bekannt ist, ist es umso notwendiger, dass sich betroffene Hundehalter und Züchter an aktuellen Forschungsstudien beteiligen.

Die Universität Bern möchte in Zusammenarbeit mit der Universität Helsinki und München die Ursachen von erblichen Epilepsieformen in verschiedenen Hunderassen erforschen. Daher werden dringend Blutproben von an Epilepsie erkrankten Hunden, sowie deren Verwandte (Mutter, Vater, gesunde Geschwister) benötigt. Das Formular zu Probeneinsendung und den Fragebogen für an Epilepsie erkrankte Hunde findet man hier:

Hier wird nochmal anschaulich erklärt, was bei einem EPI-Anfall im Gehirn passiert


Das Thema wurde auf dem ersten Webinar „Zucht und Gesundheit beim Malinois“ vorgestellt. Hier findet ihr nochmal alle Fragen und Antworten. Solltet ihr weitere Fragen zum Thema haben, dann könnt ihr sie hier in den Kommentaren posten oder uns über das Kontaktformular erreichen

Gibt es Infos bzgl. Krampfanfällen in Verbindung mit Narkosemittel? Sprich Hund ist im normalen Leben völlig unauffällig, in Verbindung mit Narkosemitteln (verschiedene) kommt es jedoch zu Krampfanfällen.

Krampfanfälle während oder nach der Narkose können aufgrund von Unverträglichkeiten mit dem Narkosemittel auftreten.
Sehr selten kommen Krampfanfälle, Herz- Kreislaufversagen, Bewusstseinsverlust und Atemstillstand in Folge von Medikamentennebenwirkungen nach Regionalanästhesien vor.

(https://www.anicura.de/wissensbank/allgemeines-tierarten-ubergreifend/narkoserisiko-beim-tier/).


Wieso redest du von 30% beim Mali? Oder hab ich mich verhört?

Bei Risikorassen kann die Epilepsiehäufigkeit bis ca. 30% betragen.

Anbei eine Veröffentlichung von 2016:

Quelle: DOI 10.2377/0023-2076-61-425 (Kleintierpraxis 2016)


wie kan es sein das ein rasseverrein in die database schreibt bei die hunden epilepsie frei . weil dort gein gen test fur ist

Hallo, gute Frage. Welchen Rasseverein meinst du? Das müsste man prüfen.

Woher kommt die Zahl, dass nur 2% der Gesamtpopulation des Malinois von Epilepsie betroffen sind. Ich hätte tatsächlich an mehr – ca. 10% – gedacht. Das ist zumindest die Zahl die allg. immer so kommuniziert wird.

Ca. 2% der Hunde in der Gesamtpopulation (alle Rassen und Mischlinge) sind betroffen (https://www.tierklinik-ismaning.de/epilepsie-bei-hunden/). Der belgische Schäferhund, als Risikorasse, ist stärker betroffen (siehe Antwort in der Grafik bei der zweiten Fragen weiter oben)


Kann man mit einem Epileptiker weiterhin Sport machen?*

Epilepsie und Sport lassen sich gut vereinbaren. Es wird sogar zum Sport geraten: In einer Studie wurde untersucht, wie sich bei medikamentös behandelten Epileptikern durch ein vierwöchiges körperliches Training die Sauerstoffaufnahme, die Anfallshäufigkeit und der Abbau der Medikamente verändern. Im Sporttherapeutischen Zentrum hatte man bis dahin keine Gruppe von Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen gesehen, die eine so große Verbesserung ihrer körperlichen Fitness in so kurzer Zeit erreicht hatte. Auch EEG-Untersuchungen an Menschen während sportlicher Aktivitäten zeichnen ein positives Bild: Die Häufigkeit so genannter epilepsietypischer Potentiale (z.B. Spikes, Spike-Wave-Komplexe) während sportlicher Aktivität bleibt gleich oder ist herabgesetzt. Eine Untersuchung im Epilepsiezentrum Hemsteede in Holland hat gezeigt, dass Anfälle während des Sports sehr selten sind.

Verschiedene Sportler, welche an Epilepsie erkrankt sind und trotzdem Leistungssport betreiben:
Lucas Fischer (*1990), Schweizer Kunstturner, seit 2010 an Epilepsie erkrankt, und in Behandlung mit Medikamenten. Er wurde 2013 Vize-Europameister am Barren.
Jerome Becher, Triathlet, an Epilepsie erkrankt, medikamentöse Behandlung bis 2001 (1995 Deutscher Meister Hawii Cup Triathlon, 1998 Deutscher Mannschaftsmeister Triathlon, 1999 – 2002 Triathlon 1. Bundesliga, 2000 Guinness Rekord im 24-h-Schwimmen)
Helena Eberhardt, Fußballspielerin, Behandlung der Epilepsie mit Medikamenten, Frauen Landesliga-Süd

Aus medizinischer Sicht spricht nichts gegen den Einsatz im Hundesport, wenn der Hund frei von Anfällen und frei von Nebenwirkungen der Medikation ist und sich klinisch und neurologisch unauffällig zeigt.

Quelle:
Sport bei Epilepsie Band 5 der Reihe „Schriften über Epilepsie“ 1. Auflage, Volker Schöwerling, Berlin, Herausgegeben von der Stiftung MichaelArida RM, Cavalheiro EA, da Silva AC, Scorza FA (2008) Physical activity and epilepsy: proven and predicted benefits. Sports Med 38: 607-15 Arida RM, Scorza FA, da Silva SG, Schachter SC, Cavalheiro EA (2010) The potential role of physical exercise in the treatment of epilepsy. Epilepsy Behav 17: 432-5
Kuijer A: Epilepsy and Exercise, Geneeskunde, Amsterdam, 1978, pp. 88.
http://www.welt.de/sport/article123230361/Die-Angst-vor-dem-naechsten-Epilepsie-Anfall.html
http://sport24-fieber.de/lucas-fischer-kampf-mit-der-epilepsie/
http://www.jeromebecher.com/JB/index.php/die-schoenste-medizin-der-welt
http://www.deutschlandfunk.de/das-risiko-schwimmt-mit.1346.de.html?dram:article_id=196025


Sind bei der ideopathischen Epilepsie alle Hunde aus dem Wurf betroffen oder können sie symptomfrei bleiben aber quasi „Träger“ sein?

Es ist meist nur ein Hund in einem Wurf betroffen, selten mehrere Hunde. Jedoch gibt es beim Malinois darüber wenige wissenschaftliche Daten. Da die uns bekannten Elterntiere frei von Symptomen/epileptischen Anfällen sind, können sie die Krankheit trotzdem vererben. Die Anlagen für multifaktoriell vererbte Krankheiten sind zwar innerhalb der Population (hier: Hunde in einem Zuchtbuch) fließend vorhanden, die Krankheit selbst tritt aber meist entweder auf oder nicht. Es wird ein sogenannte Schwellenwert angenommen. Der Schwellenwert gibt an, ab welcher Anzahl von Genen und Umweltfaktoren eine Erkrankung auftritt.

Quelle: https://www.abcdev.de/artikel/Grundkurs_Genetik.html


Epilepsie und Zucht: Wie weitläufig sollten Verwandte aus der Zucht genommen werden?

Da die Vererbung noch überhaupt nicht kar ist, gibt es dazu keine wissenschaftliche Aussage. Es gibt aber eine Empfehlung vom DMC von 2015: https://www.mechelaar.de/2015/04/28/epilepsie-beim-malinois/


Kann durch medikamentöse Behandlung die Anfallshäufigkeit auch gesteigert werden?*

Beim Hund ist nicht bekannt, dass die Epilepsie-Medikamente zu einer Steigerung der Anfallshäufigkeit führen. Jedoch sind beim Menschen verschiedene Faktoren bekannt, die im Zusammenhang mit einer anfallssteigernde Wirkung stehen: andere anfallssteigernde Medikamente (z,B. Ciclosporin, Insulin, Lidocain (i.v.), Penizillin (i.v.), Röntgenkontrastmittel), Lichtreize, niedriger Luftdruck (Wetter), Schlafmangel, Stress oder Dogen- und Alkoholkonsum.

Quelle:
https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2011/daz-6-2011/gewitter-im-gehirn-trotz-epilepsie-gut-leben
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/76014/Risiko-fuer-epileptischen-Anfall-steigt-mit-fallendem-Luftdruck
https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0038-1626367
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/69366/Wie-Stress-Epilepsien-verschlimmert
https://www.epilepsie-gut-behandeln.de/leben-mit-epilepsie/alltag/

Sind Epilepsiemedikamente nicht dopingrelevant?*

Die NADA (Nationale Anti-Doping Agentur Deutschland) führt in allen Verbänden des Deutschen Olympischen Sportbundes Kontrollen durch. Zu diesen Verbänden gehören z.B. Deutscher Fußball Bund, Deutscher Golf Verband etc.). In umfangreichen Listen der NADA werden alle verbotenen Substanzen aufgeführt. Manche Stoffe sind nur für bestimmte Sportarten verboten, andere für alle. Phenobarbital oral zur Behandlung von Epilepsie ist laut NADA weder für den Einsatz im Wettkampf noch außerhalb verboten. Insbesondere besteht kein Verbot für Sportarten, welche ein besonderes Maß an motorischer Ruhe erfordern, beispielsweise bei Billard, Dart oder Golf.

Im Hundesport muss der Hund zu jeder Zeit höchst konzentriert arbeiten, egal ob Fährte, Unterordnung, Agillity oder Schutzdienst. Auch in Übungen, bei denen vom Hund ein langes Liegen oder Sitzen verlangt wird, ist stets hohe Konzentration des Hundes ohne selbständige Veränderung der Stellung gefordert. Der Vermutung eines Dopingeffekts durch die beruhigende Wirkung von Phenobarbital in Sportarten mit Ruheteilen kann keinesfalls zugestimmt werden. In allen Hundesportarten werden durch die verschiedenen Prüfungsordnungen Konzentrationsfähigkeit, Explosivität, Reaktionsfähigkeit- und schnelligkeit, Sprungvermögen, Arbeitsgeschwindigkeit, Freudigkeit und Ausstrahlung gefordert. Somit müsste es, wenn Phenobarbital in einer Dauermedikation einen sedativen Effekt hätte, nur nachteilige Wirkungen auf den Hund im Sport haben.

Somit lassen sich Epilepsie und Hundesport sowohl unter gesundheitlichen Aspekten als auch unter Beachtung der Doping-Bestimmungen gut vereinbaren.

Quelle:
http://www.nada.de/de/medizin/nadamed/#.V4PDQnedccs
https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Olympischer_Sportbund

Kann ein im Zwinger gehaltener Hund eventuell Anfälle haben, ohne das der Halter dies merkt? 

Ja, wenn Hunde im Zwinger gehalten werden, kann es sein, dass ein epileptischer Anfall (vorallem nachts) vom Besitzer nicht wahrgenommen werden kann. Man sollte auf laute Geräusche (Schlagen von Gliedmaßen gegen Wand oder Hundehütte), auf Speichelreste auf dem Boden und Verhaltensänderung achten, wenn man einen Verdacht auf Kraftanfälle hat. Die Aufstellung einer Videoüberwachung kann sich hierbei bewähren.


Quellen
Literatur:
Krampfanfälle bei Hund und Katze K. Rentmeister

Weblinks:
https://www.anicura.de/wissensbank/hunde/epilepsie/
https://www.mein-hund-hat-epilepsie.de/phasen-eines-epileptischen-anfalls.aspx
https://www.tierklinik-ismaning.de/epilepsie-bei-hunden/
https://shop.labogen.com/gentest-bestellung/hund/rhodesian-ridgeback/2077/juvenile-myoklonische-epilepsie-jme
https://www.mein-hund-hat-epilepsie.de/medikamente.aspx
https://www.edoc.ub.uni-muenchen.de/_Clara-Antonia.pdf
https://www.gelbe-liste.de/krankheiten/epilepsie
https://www.bft-online.de/kleintiergesundheit/2014/epilepsie-bei-hund-und-katze/hintergrundinformationen-epilepsie-beim-hund
https://www.tierklinik-ismaning.de/epilepsie-bei-hunden/

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