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«Stressinduzierter Kehlkopfspasmus» beim Belgischen und Holländischen Schäferhund

Es gibt Belgische und Hollänschische Schäferhunde, die während einer starken Belastung, insbesondere beim Schutzdienst, einen Spasmus des Kehlkopfs bekommen, der zu plötzlicher Atemnot führen kann. Dieses Phänomen zeigen nur wenige Hunde, die meisten Schäferhunde bekommen bei ähnlichen Belastungen keinerlei Atemprobleme.

Es ist möglich, dass die Anfälligkeit für den stressinduzierten Kehlkopfspasmus durch eine genetische Variante beeinflusst wird.

Es wird darauf spekuliert, dass die Anfälligkeit für den stressinduzierten Kehlkopfspasmus als monogenes Merkmal vererbt wird, allerdings ist der tatsächliche Erbgang dieses Merkmals unbekannt. Falls ein monogener Erbgang vorliegen sollte, gibt es eine realistische Chance, die ursächliche Molekulargenetik aufzuklären und allenfalls einen Gentest zu entwickeln, mit dem die Anfälligkeit für den stressinduzierten Kehlkopfspasmus züchterisch bekämpft werden könnte.

In einem Forschungsprojekt möchte die Universität Bern gerne die Genome von betroffenen Hunden («Fälle») mit den Genomen von nicht-betroffenen Hunden («Kontrollen») vergleichen. Dazu wird eine sogenannte genomweite Assoziationsstudie (GWAS) durchgeführt. Hierfür benötigen wir Proben von mindestens 20 Fällen und 20 Kontrollen.

Vorgaben für die Gruppe „betroffene Hunde“ (Fälle)

Im Moment würde es bei den Fällen genügen, wenn der Besitzer bestätigt, dass der Hund einmal bei einem Training unter intensiver Belastung einen Kehlkopfspasmus und schwere Atemprobleme bekommen hat. Besonders wertvoll für die Forschung sind natürlich solche Fälle, bei denen das Problem mehrfach aufgetreten ist, die evtl. deswegen sogar operiert werden mussten und bei denen auch Operationsberichte von HNO-Chirurgen vorliegen.

Vorgaben für die Kontrollgruppe „nicht betroffene Hunde“ (Kontrollen)

Nachdem die Kehlkopfspasmen anscheinend stressinduziert sind, ist es denkbar, dass Hunde, welche nicht in intensivem Training stehen, nie einen Kehlkopfspasmus zeigen, obwohl sie vielleicht die genetische Anlage dazu hätten.
Deshalb brauchen wir nur Kontrollhunde, die ein bestimmtes Mindestalter haben (> 5 Jahre) und die auch in jahrelangem intensivem Training nie einen Kehlkopfspasmus gezeigt haben.

Ganz konkret braucht man von jedem beprobten Hund:

• 5 ml EDTA Blut (2 x 2 ml reichen auch)
• Ausgefülltes und unterschriebenes Einsendeformular
• Kopie des Stammbaums
• Falls vorhanden : Kopien von Operationsberichten / relevante medizinische Untersuchungen

Einsender sollen bitte auf dem Einsendeformular unter Diagnose bzw. Bemerkung deutlich vermerken: «stressinduzierter Kehlkopfspasmus» bzw. «Hund ohne Atemprobleme»

Das Einsendeformular kann hier heruntergeladen werden:

Deutsch: https://www.genetics.unibe.ch/forschung/probeneinsendung/index_ger.html

Englisch: https://www.genetics.unibe.ch/research/sample_submission/index_eng.html

Französisch: https://www.genetics.unibe.ch/recherche/envoi_dchantillons/index_fra.html

Wenn bereits Blut von eurem Hund in Bern ist, müsst ihr kein neues einschicken. Die Universität braucht dann aber die Info, dass euer Hund Symptome hatte und eventuelle Untersuchungsergebnisse.

Für die genomweite Assoziationsstudie spielt es keine große Rolle, wie die einzelnen Hunde miteinander verwandt sind. Falls es aber tatsächlich Familien gibt, in denen das Problem gehäuft auftritt, wäre es wichtig, solche Familien komplett zu beproben, weil dann auch noch andere Experimente durchgeführt werden können (Kopplungsanalysen). Das absolute Wunschszenario wäre eine Familie bei der zwei oder mehr Vollgeschwister betroffen sind und gleichzeitig mindestens ein weiteres Geschwister ebenfalls im Hundesport aktiv ist und sicher nicht-betroffen ist. In so einem Fall wären Proben von allen greifbaren Geschwistern und beiden Eltern sehr hilfreich. Das würde die Erfolgsaussichten der genetischen Forschung deutlich steigern!

Optimal wäre, wenn ihr uns informieren könntet unter der mail: malinoisdiversity@gmail.com , falls ihr zu diesem Thema Proben einsendet, damit wir die Universität unterstützen können. Wir können nur mit den Daten arbeiten, die uns direkt zugesandt wurden.

DIE UNIVERSITÄT WIRD UNS KEINE VERTRAULICHEN DATEN WEITERGEBEN!

Es muss sich also niemand Sorgen machen, der Ergebnisse von erkrankten Hunden an die Uni einsendet, dass diese an die Öffentlichkeit gelangen!

Wir werden eine Verwandtschaftsanalyse durchführen und diese Auswertung dann an die Uni Bern senden. Hier wären auch verstorbene Hunde mit Symptomen hilfreich.

Mehr zum Thema findet ihr hier

2 Kommentare

  1. Hallo, ich würde gerne wissen ob es noch aktuell ist dass Blutproben von betroffenen Hunden benötigt werden. Wir haben zwei Malinois, gleiche Mutter, aber fast fünf Jahre auseinander, bei denen das Problem im Schutzdienst aufgetreten ist. Bei der älteren Hündin erst vor kurzem zum ersten Mal, bei dem jungen Rüden vergangenes Jahr mehrfach, im Alter von knapp einem Jahr.
    Sollte noch Interesse bestehen würden wir bei einem entsprechenden Tierarzt vorstellig werden und die Hunde untersuchen lassen und Blut abnehmen.
    Wäre nett wenn sie mir mitteilen könnten ob noch Bedarf besteht.
    Mit freundlichen Grüßen
    Claudia Eckerle

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